Das Wichtigste in 30 Sekunden
Nie Links in SMS-Nachrichten von unbekannten Absendern anklicken
Die Post fordert nie per SMS zur Zahlung auf
URL prüfen: Echte Post-Seiten enden auf post.ch — nie auf post-lieferung.ch, post-paket.net oder ähnlichen Domains

Was genau passiert

Seit Anfang März 2026 erhalten Schweizerinnen und Schweizer SMS-Nachrichten, die aussehen, als kämen sie von der Schweizerischen Post. Der Text ist immer ähnlich: Ein Paket konnte angeblich nicht zugestellt werden. Eine offene Gebühr von CHF 2.50 bis CHF 5.00 müsse bezahlt werden, sonst werde das Paket zurückgesendet.

Der Link führt auf eine Website, die dem echten Post-Auftritt täuschend ähnlich sieht — mit Logo, Farbgebung und sogar einem Tracking-Formular. Wer dort seine Zahlungsdaten eingibt, übergibt sie direkt an die Betrüger.

Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) verzeichnete zwischen dem 1. und 28. März 2026 über 800 Meldungen zu dieser Masche. Die tatsächliche Dunkelziffer liegt deutlich höher — viele Betroffene melden den Vorfall nicht.

Können Sie den Unterschied erkennen?
Beide SMS sehen aus wie echte Post-Nachrichten. Eine davon ist eine Fälschung. Welche?
SMS 1
Post CH AG
Ihre Sendung 99.34.123456 ist heute zur Zustellung eingeplant. Sendungsverfolgung: post.ch/track
SMS 2
POST.CH
Falscher Absender
Ihr Paket wurde zurückgehalten. Offene Gebühr: CHF 2.50. Zur Freigabe: post-lieferung.ch/de/pay
Fake-Domain — endet nicht auf post.ch
Post fordert nie per SMS zur Zahlung auf

Warum auch vorsichtige Menschen darauf hereinfallen

Diese Frage ist wichtig — und die Antwort ist nicht «weil sie unaufmerksam sind». Die Antwort ist: weil die Masche präzise auf Psychologie ausgelegt ist.

Erstens: Der Betrag ist bewusst klein. CHF 2.50 bis CHF 5.00 lösen keinen Alarm aus. Für einen echten Paket-Verlust zahlt man diesen Betrag, ohne lange nachzudenken.

Zweitens: Die Dringlichkeit. «Ihr Paket wird zurückgesendet» ist ein Zeitdruck-Signal. Unter Zeitdruck schaltet das analytische Denken teilweise ab — das ist keine Schwäche, das ist Biologie.

Drittens: Die Erwartung. Viele Menschen warten tatsächlich auf Pakete. Eine SMS, die genau zu diesem Moment kommt, fühlt sich kontextuell korrekt an.

Viertens: Die visuelle Überzeugungskraft. Die Fake-Websites sind nicht mehr amateurhaft. KI kann in Minuten überzeugende Kopien offizieller Websites erstellen. Das Post-Logo ist korrekt. Die Farben stimmen. Das Formular sieht aus wie das Original.

So erkennen Sie die Fälschung

Es gibt drei Prüfschritte, die in zehn Sekunden funktionieren und fast jeden Betrug dieser Art aufdecken.

Schritt 1
Die Domain prüfen
Tippen Sie nie auf den Link in der SMS. Öffnen Sie stattdessen Ihren Browser und geben Sie post.ch direkt ein. Offizielle Post-Domains enden immer auf post.ch. Niemals auf: post-lieferung.ch, post-zustellung.net, swiss-post-delivery.com oder ähnlichen Konstruktionen. Die Regel: Alles ausser post.ch ist eine Fälschung.
Schritt 2
Die Absender-Nummer prüfen
Echte Post-SMS kommen von registrierten Absendernamen wie «Post CH AG». Betrüger können zwar Absendernamen fälschen, aber in vielen Fällen ist es eine zufällige Mobilnummer. Kommt die SMS von einer +41-Nummer mit zufälliger Ziffernfolge: sofort löschen.
Schritt 3
Die Logik hinterfragen
Die Post versendet keine SMS mit Zahlungsaufforderungen. Pakete werden nicht gegen eine «Gebühr» zurückgehalten. Wenn eine SMS etwas von Ihnen verlangt, was ungewöhnlich klingt — löschen Sie sie. Im Zweifel rufen Sie den Paketabsender direkt an.

Was tun, wenn Sie bereits geklickt haben

Wenn Sie auf den Link geklickt und Zahlungsdaten eingegeben haben, handeln Sie sofort. Jede Minute zählt.

Informieren Sie sofort Ihre Bank oder Kreditkartenfirma und lassen Sie die Karte sperren
Erstatten Sie Anzeige bei der lokalen Polizei (auch wenn der Betrag klein ist)
Melden Sie den Vorfall beim BACS: report.ncsc.admin.ch
Beobachten Sie Ihre Kontoauszüge in den nächsten 30 Tagen

Teilen Sie diese Information

Die effektivste Prävention ist die Weitergabe. Schicken Sie diesen Artikel an Menschen in Ihrem Umfeld, die vielleicht nicht wissen, wie überzeugend diese SMS heute aussehen. Besonders: ältere Familienmitglieder, die weniger Erfahrung mit digitalen Betrugsmaschen haben.

Quellen und Hintergrundinformationen

Dieser Artikel wird aktualisiert, wenn neue Informationen vorliegen.
Letzte Aktualisierung: 2. April 2026