So funktioniert KI
Neun Begriffe, die erklären, was in einem Chatbot passiert, und warum seine Antworten manchmal falsch sind, obwohl sie richtig klingen.
- Künstliche Intelligenz (KI)
- Computerprogramme, die aus sehr vielen Beispielen Muster gelernt haben und damit Texte, Bilder oder Vorschläge erzeugen, ohne dass jemand jeden Schritt einzeln vorgegeben hat.
- Sprachmodell
- Eine KI, die Text schreibt, indem sie Stück für Stück berechnet, was am wahrscheinlichsten als Nächstes passt; ohne Internetsuche schlägt sie nichts nach.
- Chatbot
- Ein Programm, mit dem man sich schriftlich oder per Stimme unterhält, zum Beispiel ChatGPT, Gemini, Copilot oder Claude.
- Prompt
- Die Anweisung oder Frage, die man einer KI gibt.
- Halluzination
- Eine Antwort, die überzeugend klingt, aber erfunden ist, etwa eine Quelle oder ein Gesetzesartikel, den es nicht gibt.
- Trainingsdaten
- Die grossen Mengen an Texten, Bildern und anderen Daten, aus denen eine KI ihre Muster gelernt hat.
- Wissensstand
- Der Zeitpunkt, bis zu dem die Trainingsdaten reichen; Neueres kennt die KI nur, wenn sie im Internet nachsehen kann.
- KI-Agent
- Eine KI, die nicht nur antwortet, sondern selbst Schritte ausführt, etwa Webseiten öffnen, Formulare ausfüllen oder Nachrichten schreiben.
- Verzerrung (Bias)
- Eine KI übernimmt Schieflagen aus ihren Trainingsdaten und stellt Menschen oder Themen einseitig dar.
Ein Prompt, der funktioniert
Statt einer kurzen Frage lieber sagen, wer fragt, wofür die Antwort gebraucht wird und in welcher Form sie kommen soll. Ein Beispiel: «Ich bin Vater eines 13-jährigen Sohnes. Erkläre in fünf Sätzen ohne Fachwörter, was ein Deepfake ist, und nenne zwei Beispiele, die einem Jugendlichen begegnen könnten.» Namen, Adressen und Fotos gehören nicht in einen Prompt, weder die eigenen noch die des Kindes.
Gefälscht mit KI
Drei Begriffe für Inhalte, die echt aussehen oder echt klingen und es nicht sind. Bilder und Stimmen allein beweisen deshalb heute wenig; wichtiger ist die Frage, woher etwas kommt.
- Bildgenerator
- Eine KI, die aus einer Beschreibung ein neues Bild erzeugt.
- Deepfake
- Ein mit KI gefälschtes Bild, Video oder Tonstück, in dem eine echte Person etwas sagt oder tut, was nie geschehen ist. Ratgeber: KI erkennen
- Stimmklon
- Die künstlich nachgebaute Stimme einer echten Person, erzeugt aus Tonaufnahmen. Ratgeber: KI erkennen
Maschen, beim Namen genannt
Wer eine Masche beim Namen kennt, erkennt sie schneller wieder. Elf Begriffe, denen Sie in Warnungen von Polizei und Bund begegnen; wo es einen Ratgeber mit Quellen dazu gibt, führt ein Link dorthin.
- Phishing
- Eine gefälschte Nachricht, die einen dazu bringen soll, Passwörter, Codes oder Kartendaten preiszugeben; per SMS heisst das auch Smishing, per Anruf Vishing. Ratgeber: Betrug melden
- Quishing
- Phishing über einen QR-Code, der auf eine gefälschte Seite führt.
- Spoofing
- Eine gefälschte Absenderangabe, mit der ein Anruf oder eine Nachricht von einer echten Nummer oder Adresse zu kommen scheint.
- Social Engineering
- Betrug, der nicht die Technik angreift, sondern den Menschen, mit Zeitdruck, Angst, Mitleid oder angeblicher Autorität.
- Schockanruf
- Ein Anruf, in dem Betrüger einen Unfall oder eine Verhaftung von Angehörigen vortäuschen und sofort Geld verlangen. Ratgeber: Für Senioren
- Enkeltrick
- Betrüger geben sich am Telefon als Verwandte in Not aus; mit einem Stimmklon klingen sie wie die echte Person.
- Fake-Shop
- Ein Online-Shop, der echt aussieht, Geld annimmt und nicht liefert. Ratgeber: Fake-Shops erkennen
- Anlagebetrug
- Eine angebliche Geldanlage, oft mit gefälschter Werbung bekannter Personen, deren Gewinn nur auf dem Bildschirm existiert.
- Liebesbetrug
- Jemand baut online eine Beziehung auf, um später Geld zu verlangen; englisch Romance Scam. Ratgeber: Romance Scam
- Sextortion
- Erpressung mit intimen Bildern oder Videos, die echt oder mit KI gefälscht sein können. Ratgeber: Sextortion
- Geldkurier (Money Mule)
- Jemand stellt sein Konto für fremdes Geld zur Verfügung, oft über ein angebliches Jobangebot, und kann sich damit selbst strafbar machen. Ratgeber: Berufswahl und KI
Schutz für Konten und Geräte
Fünf Begriffe rund um Konten und Geräte: drei, die schützen, und zwei, hinter denen ein Angriff stecken kann.
- Zwei-Faktor-Anmeldung
- Anmeldung mit zwei Nachweisen, etwa Passwort und Code auf dem Handy; ein gestohlenes Passwort allein genügt dann nicht.
- Passwortmanager
- Ein Programm, das für jedes Konto ein eigenes starkes Passwort erzeugt und sicher aufbewahrt.
- Passkey
- Eine Anmeldung ohne Passwort, bei der das eigene Gerät mit Fingerabdruck, Gesicht oder PIN bestätigt, wer sich anmeldet.
- Schadsoftware
- Ein Programm, das heimlich Daten stiehlt, Geräte sperrt oder Fremden Zugriff gibt; auch Malware genannt.
- Fernwartung
- Ein Programm, mit dem jemand anderes den eigenen Bildschirm sehen und bedienen kann; falsche Support-Mitarbeitende verlangen genau das.
Informationen prüfen
Fünf Begriffe für die Frage, was man glauben und was man weitergeben kann.
- Algorithmus
- Eine feste Rechenvorschrift; in sozialen Medien entscheidet sie, welche Beiträge man als Nächstes sieht.
- Filterblase
- Eine Plattform zeigt vor allem, was man schon mag, und andere Sichtweisen kommen kaum noch vor.
- Personendaten
- Alle Angaben, die sich einer bestimmten Person zuordnen lassen, etwa Name, Geburtsdatum, AHV-Nummer, Fotos oder Gesundheitsangaben.
- Primärquelle
- Die Stelle, an der eine Information zuerst veröffentlicht wurde, zum Beispiel die Statistik eines Amts statt eines Artikels darüber.
- Faktencheck
- Eine Behauptung an einer unabhängigen, verlässlichen Quelle prüfen, bevor man sie glaubt oder weiterleitet. Ratgeber: Fake News erkennen
Drei Paare, die man auseinanderhalten sollte
| Paar | Der Unterschied |
|---|---|
| KI und Algorithmus | Ein Algorithmus folgt einer festen Vorschrift, die jemand geschrieben hat. Eine KI hat ihre Muster aus Beispielen gelernt und kann deshalb Neues erzeugen, Richtiges wie Falsches. |
| Deepfake und Stimmklon | Ein Stimmklon ahmt nur die Stimme nach, ein Deepfake kann Gesicht, Körper und Stimme zugleich fälschen. Für einen Betrug am Telefon reicht der Stimmklon. |
| Phishing und Spoofing | Spoofing fälscht den Absender, Phishing ist die ganze Falle dahinter. Die echte Nummer der Bank auf dem Display macht einen Anruf noch nicht echt. |
Alle 33 Sätze kommen ohne Zahlen aus, damit sie nicht schon in einem halben Jahr falsch sind. Wo eine Masche gerade umgeht, stehen die aktuellen Zahlen mit Quelle in den Ratgebern.